Ratgeber

Lebenslauf Schweiz: was wirklich hineingehört

Einen amtlich festgelegten Schweizer Lebenslauf gibt es nicht. berufsberatung.ch, das Portal der Kantone, wird nur für die Lehrstellensuche konkret und nennt dort neun Bestandteile. Für Berufstätige beschränkt es sich auf drei Dossier-Teile und schweigt zu Länge, Foto und Aufbau.

Geprüft am 24. August 2026. Jede Vorgabe auf dieser Seite ist im jeweiligen Absatz verlinkt. Wo keine amtliche Vorgabe existiert, steht das ausdrücklich da.

Gibt es einen offiziellen Schweizer Lebenslauf?

Nein. Es existiert keine amtlich festgelegte Form. berufsberatung.ch, das Portal der Kantone, nennt für das Bewerbungsdossier von Berufstätigen nur drei Bestandteile: Bewerbungs- oder Motivationsschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse und Ausbildungsabschlüsse. Zu Länge, Foto oder Reihenfolge im Lebenslauf macht es dort keine Vorgabe.

Quelle: berufsberatung.ch, Bewerbungsdossier für Berufstätige und Stellensuchende

Was verlangt das offizielle Portal dann konkret?

Konkret wird es nur in der Variante für die Lehrstellensuche. Dort listet berufsberatung.ch neun Bestandteile, darunter vollständiges Geburtsdatum, Heimat- oder Geburtsort, Nationalität und gegebenenfalls die Aufenthaltsbewilligung. Für Berufstätige gibt es keine vergleichbare Liste.

  • Titel: schlicht «Lebenslauf»
  • Aktuelles Farbfoto mit neutralem Hintergrund, ausdrücklich kein Selfie
  • Name, Adresse, Handynummer, E-Mail
  • Persönliche Angaben: Geburtsdatum, Heimat- oder Geburtsort, Nationalität, gegebenenfalls Aufenthaltsbewilligung
  • Schulbildung, beginnend mit der aktuellen
  • Sprachen, beginnend mit der Muttersprache
  • Interessen oder alternativ Stärken
  • Referenzen mit Namen und Telefonnummer, nach vorheriger Zustimmung

Quelle: berufsberatung.ch, Lebenslauf erstellen (Lehrstellensuche)

Muss ich Nationalität und Heimatort heute noch angeben?

Das ist der Punkt, an dem Vorgabe und Praxis auseinandergehen. Das offizielle Portal listet beides für Lehrstellen weiterhin auf, während viele Lebensläufe von Berufstätigen sie inzwischen weglassen. Für Personen ohne Schweizer Pass bleibt die Aufenthaltsbewilligung dagegen praktisch relevant, weil Arbeitgebende die Arbeitsberechtigung klären müssen.

Wir nennen hier bewusst keine Quote, wie viele Lebensläufe diese Angaben heute enthalten. Uns ist keine belastbare Schweizer Erhebung dazu bekannt. Wer eine kennt, darf sie uns schicken.

Wie lang darf ein Lebenslauf in der Schweiz sein?

Dafür gibt es keine amtliche Vorgabe, und berufsberatung.ch nennt keine Seitenzahl. In der Praxis sind ein bis zwei Seiten üblich, wobei zwei Seiten bei längerer Laufbahn nicht als Nachteil gelten. Entscheidend ist, dass jede Station lückenlos datiert ist, weil Lücken Rückfragen auslösen.

Gehört ein Foto auf den Lebenslauf?

Für die Lehrstellensuche verlangt berufsberatung.ch ein aktuelles Farbfoto mit neutralem Hintergrund, und kein Selfie. Für Berufstätige gibt es keine Vorgabe. In der Schweiz ist ein Foto weiterhin verbreitet, anders als in Ländern mit Anonymisierungspraxis, verpflichtend ist es nicht.

Quelle: berufsberatung.ch, Lebenslauf erstellen (Lehrstellensuche)

Welche Reihenfolge ist richtig?

Rückwärts chronologisch, also die aktuellste Station zuerst. berufsberatung.ch formuliert das für die Schulbildung ausdrücklich so: beginne mit der aktuellen Schule und nenne danach die vorherigen. Dieselbe Logik gilt für Berufserfahrung. Für das Dossier als Ganzes verlangt das Portal die richtige Reihenfolge in einer PDF-Datei.

Quelle: berufsberatung.ch, Bewerbungsdossier für Berufstätige und Stellensuchende

Was muss der Lebenslauf zusätzlich können, damit ihn eine Software liest?

Er muss sich sauber in Datenfelder auslesen lassen. Aus unserer eigenen Prüfung von acht Layouts mit zwei Extraktoren stammen drei Fehlerquellen, die nichts mit dem Inhalt zu tun haben: fehlende Dokument-Metadaten, ein Dateiname der mit dem Jobtitel statt dem Namen beginnt, und Trennzeichen die am Text kleben.

Ausführlich mit Quellen auf unserer Seite zu Bewerbermanagementsystemen.

Soll ich einen Lebenslauf für alle Stellen verwenden?

Nein, und das steht sogar im offiziellen Portal. Für die Lehrstellensuche heisst es dort wörtlich: bewirbst du dich für verschiedene Berufe, dann erstelle für jeden Beruf einen passenden Lebenslauf. Derselbe Gedanke gilt für Berufstätige, weil ein Inserat konkrete Anforderungen nennt, auf die der Lebenslauf antworten sollte.

Quelle: berufsberatung.ch, Lebenslauf erstellen (Lehrstellensuche)

Was gehört ins Dossier ausser dem Lebenslauf?

Laut berufsberatung.ch gehören Bewerbungs- oder Motivationsschreiben sowie Arbeitszeugnisse und Ausbildungsabschlüsse dazu. Das Portal weist zusätzlich darauf hin, dass je nach Branche andere Formate üblich sein können, etwa Bewerbungsvideos oder Arbeitsproben, und dass alles möglichst in einer PDF-Datei hochgeladen werden soll.

Quelle: berufsberatung.ch, Bewerbungsdossier für Berufstätige und Stellensuchende

Quellen

berufsberatung.ch wird vom SDBB im Auftrag der Kantone betrieben. Diese Seite gibt die dort publizierten Angaben wieder und ersetzt keine Laufbahnberatung.

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