Einstelltage: wie lange sie dauern und wofür sie verhängt werden

Einstelltage sind Tage, an denen die Arbeitslosenkasse kein Taggeld auszahlt, obwohl du angemeldet bleibst. Die Dauer regelt Art. 45 Abs. 3 AVIV: 1 bis 15 Tage bei leichtem Verschulden, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden.

Geprüft am 23. August 2026. Quellen stehen am Ende der Seite.

Wie lange dauert eine Einstellung genau?

Art. 45 Abs. 3 AVIV nennt drei Stufen und überlässt die Zumessung innerhalb der Stufe der Amtsstelle. Die Einteilung in leichtes, mittelschweres oder schweres Verschulden trifft nicht du und nicht ein Rechner im Internet, sondern die zuständige Stelle anhand des konkreten Falls.

VerschuldenDauer der Einstellung
leicht1 bis 15 Tage
mittelschwer16 bis 30 Tage
schwer31 bis 60 Tage

Was gilt als schweres Verschulden?

Art. 45 Abs. 4 AVIV definiert es eng: schweres Verschulden liegt vor, wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen aufgegeben oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat. Ein vergessener Nachweis fällt nicht unter diese Definition.

Was kosten Einstelltage konkret?

So viel wie das Taggeld für diese Tage. Bei einem Taggeld von CHF 200.00 bedeuten 10 Einstelltage rund CHF 2'000.00, die ersatzlos entfallen. Die Zahl ist eine Rechnung mit einem angenommenen Taggeld, keine Prognose: dein tatsächliches Taggeld hängt vom versicherten Verdienst ab und steht in deiner Abrechnung.

Bekomme ich die Tage später zurück?

Nein. Eingestellte Tage werden nicht nachgezahlt und verlängern die Rahmenfrist nicht. Deshalb ist die Reihenfolge wichtig: die Pflichten erfüllen, bevor eine Verfügung kommt, ist der einzige Weg, der zuverlässig funktioniert. Nachträgliche Erklärungen kosten Zeit und ändern die Zumessung oft nicht.

Was tue ich, wenn eine Verfügung kommt?

Lies zuerst die Rechtsmittelbelehrung auf der Verfügung selbst. Dort stehen die zuständige Stelle und die Frist, innert der du reagieren kannst, und beides ist verbindlicher als jede allgemeine Angabe im Internet. Bei einer Sanktion wegen ungenügender Arbeitsbemühungen hilft eine belegte Aufstellung deiner tatsächlichen Bewerbungen.

Heyapply ist kein Rechtsberater und diese Seite ist keine Rechtsauskunft. Ob und wie viele Einstelltage verfügt werden, entscheidet ausschliesslich die zuständige Amtsstelle.

Welcher Fehler führt am häufigsten zu Einstelltagen?

Der Nachweis, der zu spät oder unvollständig kommt. Die Frist ist der 5. Tag des Folgemonats, und sie gilt monatlich, ohne Erinnerung. Wer die vereinbarte Anzahl nicht erreicht oder Zeilen ohne Firma, Stelle und Datum einreicht, liefert der Amtsstelle genau den Anlass, den sie für eine Sanktion braucht.

Quellen

Diese Seite gibt öffentlich publizierte Amtsangaben wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verbindlich ist ausschliesslich, was dein RAV mit dir vereinbart hat.

Die Bewerbungen selbst sind der aufwendige Teil.

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