Wie viele Bewerbungen verlangt das RAV pro Monat?

Es gibt keine landesweit einheitliche Zahl. Das SECO spricht ausdrücklich von der mit dem RAV individuell vereinbarten Anzahl Bewerbungen. In unserer Erhebung über neun Kantone reichen die publizierten Angaben von mindestens sechs (Solothurn) bis mindestens 12 (St. Gallen), und drei Kantone nennen gar keine. Massgeblich ist allein deine Vereinbarung.

Geprüft am 23. August 2026. Quellen stehen am Ende der Seite.

Warum kursieren trotzdem feste Zahlen?

Weil einzelne Kantone Richtwerte publizieren und diese Zahlen dann als landesweite Regel weitergereicht werden. In unserer Erhebung nennt Solothurn mindestens sechs, Bern mindestens acht, Zug 8 bis 12, Zürich und Schaffhausen 10 bis 12, St. Gallen mindestens 12. Basel-Stadt, Aargau und Thurgau publizieren gar keine Zahl. Alle Angaben sind korrekt, nur eben nicht dieselbe.

StellePublizierte Angabe
Bund, SECO-Merkblatt«die mit dem RAV individuell vereinbarte Anzahl Bewerbungen»
Kanton Solothurn«bis zur Vereinbarung mindestens sechs pro Monat»
Kanton Bern«mindestens acht Bewerbungen (Arbeitsbemühungen)» pro Monat
Kanton Zug«in der Regel mindestens 8-12 Bewerbungen pro Monat»
Kanton Zürichin der Regel 10 bis 12 pro Monat
Kanton Schaffhausen«Im Normalfall ist von 10 bis 12 Arbeitsbemühungen pro Monat auszugehen»
Kanton St. Gallen«monatlich grundsätzlich mindestens 12»
Basel-Stadt, Aargau, Thurgaupublizieren keine Zahl

Verlass dich nicht auf eine Zahl aus einer Tabelle im Internet, auch nicht auf diese. Wer zu wenige Bewerbungen einreicht, riskiert Einstelltage. Was gilt, steht in deiner Vereinbarung mit dem RAV. Unsere laufende Erhebung ueber alle Kantone mit woertlichen Zitaten steht unter heyapply.ch/daten/rav-kantonsvergleich.

Wovon hängt die vereinbarte Anzahl ab?

Von deiner Ausgangslage. Berufsgruppe, Beschäftigungsgrad, Region und Arbeitsmarktlage fliessen ein, ebenso ein laufender Kurs oder ein Zwischenverdienst. Wer in einem Beruf mit wenigen offenen Stellen sucht, bekommt in der Regel eine tiefere Zahl vereinbart als jemand in einem Beruf mit vielen Inseraten.

Zählt die Menge oder die Qualität?

Beides. Der Kanton Zürich nennt ausdrücklich qualitative und quantitative Voraussetzungen. Zwölf offensichtlich unpassende Bewerbungen erfüllen die Pflicht also nicht automatisch, während acht ernsthafte Bewerbungen auf passende Stellen im Gespräch mit dem RAV besser dastehen können. Die Beurteilung liegt bei deiner Beratungsperson.

Was, wenn ich die vereinbarte Zahl nicht erreiche?

Sprich vorher mit dem RAV, nicht nachher. Ungenügende Arbeitsbemühungen sind laut SECO ein Grund für Sanktionen, und die Einstellung dauert nach Art. 45 AVIV zwischen 1 und 60 Tagen. Wer die Zahl absehbar nicht schafft, klärt den Grund im Beratungsgespräch, statt die Lücke im Nachweis stehen zu lassen.

Gelten während der Kündigungsfrist schon Bewerbungspflichten?

Ja. Das SECO verlangt, dass du alles Zumutbare unternimmst, um Arbeitslosigkeit zu verhindern oder zu verkürzen. Das setzt vor dem ersten Arbeitslosentag ein, also bereits während der laufenden Kündigungsfrist. Diese Bewerbungen gehören in den Nachweis, sobald du beim RAV angemeldet bist.

Gibt es Monate ohne Bewerbungspflicht?

Teilweise. Nach je 60 Tagen kontrollierter Arbeitslosigkeit hast du laut SECO Anspruch auf 5 kontrollfreie Tage, an denen du keine Arbeitsbemühungen unternehmen musst. Den Bezug meldest du 2 Wochen im Voraus deinem RAV. Einen ganzen Monat ohne Pflicht gibt es dadurch nicht.

Die Bewerbungen selbst sind der aufwendige Teil.

Zehn Pflichtbewerbungen im Monat heisst nicht zehnmal derselbe Lebenslauf. Heyapply schreibt ihn für jedes Inserat neu, du prüfst und lädst herunter. Die ersten drei im Monat kosten nichts.